Bildquelle: Convenience Shop

Convenience Best 2019 Langzeitwirkung für die Branche

Sowohl bei der Industrie als auch beim Handel stößt der Award für Innovationen auf breite Resonanz. Im Gespräch spricht Rikus Kolster, Geschäftsführer von Lekkerland in Deutschland, über die Impulse, die der Wettbewerb den C-Stores geben kann.

Convenience Best geht in diesem Jahr in eine neue Runde. Welche Resonanz erfahren Sie von Seiten Ihrer Partner, der Industrie, also der Hersteller, als Reaktion auf den Convenience Best Award?

Der Award hat sich in der Branche sehr gut etabliert und ist zu einer Marke geworden. Das stelle ich auch in Gesprächen mit unseren Lieferanten fest: Für sie stellt der Award eine begehrte Auszeichnung dar. Die Freude der Gewinner über die Auszeichnung ist groß. Der Award belohnt die Arbeit, die in die Produktentwicklung eingeflossen ist und ermutigt, weiter aktuelle Trends zu verfolgen und Innovationen zu entwickeln. Auch spornt die Auszeichnung die Lieferanten an, den Absatz der jeweiligen Produkte noch einmal durch Verkaufsförderungsmaßnahmen zu forcieren. Hersteller, deren innovative Produkte beim Convenience-Best-Award nicht berücksichtigt wurden, treten auch mit uns in Kontakt und wir erläutern den Industriepartnern, warum es auf der Grundlage unserer Daten und unserer Einschätzung nach nicht für eine Nominierung gereicht hat.

Welche Resonanz erfahren Sie von den Shop-Betreibern, den Tankstellen- und Handels-Gesellschaften als Reaktion auf den Convenience Best Award?

Sobald die Gewinner bekanntgegeben wurden, sind sie ein Thema in vielen Gesprächen mit unseren Kunden. Sie sind dankbar für derartige Rankings, weil sie ihnen eine wertvolle Orientierungshilfe bieten, angesichts der Vielzahl von Produktneuheiten, die regelmäßig auf den Markt kommen. Und natürlich fragen die Kunden ihre Vertriebsansprechpartner, ob und wie sie die Gewinnerprodukte ins Sortiment aufnehmen oder promoten sollten, falls noch nicht geschehen.

Gibt es Kategorien in denen die Shop-Betreiber sich mehr neue Produkte wünschen würden?

Eine mangelnde Innovationskraft in einzelnen Kategorien gibt es nach meinem Empfinden nicht. Potenzial sehe ich schon eher bei der nachhaltigen und verkaufsfördernden Unterstützung der Innovationen gegenüber den Konsumenten. Auch bei der Präsentation in den Convenience-Shops muss das Produkt Emotionen wecken und auf diese Weise für Impulskäufe sorgen.

Welche Kategorien werden aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren in den Convenience-Stores an Bedeutung gewinnen und verstärkt zum Wachstum beitragen?

Gerade Foodservice-Produkte profitieren seit einiger Zeit von der wachsenden Nachfrage der Konsumenten nach frischen Produkten und der Orientierung an einer bewussten Ernährung. Mit einem auf die Bedürfnisse der Konsumenten zugeschnittenen Foodservice-Angebot können Tankstellen, Convenience-Shops und Co. auch künftig von der wachsenden Nachfrage nach Snacks und Getränken vor allem zum Mitnehmen profitieren.
Der Wunsch nach „Wohlfühl“-Produkten wird sich auch auf den Bereich Getränke auswirken. Mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Vitamindrinks, Kombucha- und Matcha-Drinks oder nachhaltig produzierte Limonaden liegen im Trend und halten Einzug in die Regale, oder besser gesagt in die Kühlschränke der Shops.
Das veränderte Gesundheitsbewusstsein unserer Gesellschaft wirkt sich auch auf den Bereich Tabakwaren aus. Hier sehen wir weiterhin eine steigende Nachfrage bei den Next Generation Products, die aus unserer Sicht auch anhalten wird. Neben gesellschaftlichen Trends spielt dabei die zunehmende Regulierung klassischer Produkte eine Rolle.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Lekkerland Eigenmarken?

Mit unseren Eigenmarken tragen wir zum Wachstum der jeweiligen Kategorie bei. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn der Verbraucher die Wahl hat und Preise vergleichen kann, steigt seine Kaufbereitschaft. Preislich optimal platzierte Eigenmarken erhöhen den Absatz der gesamten Kategorie – sowohl den der A-Marken als auch den der Eigenmarken. Daher baut auch Lekkerland sein Eigenmarken-Sortiment kontinuierlich aus. Mittlerweile bieten wir über unsere Tochtergesellschaft Convivo über 300 Produkte an. Das Angebot reicht von alkoholfreien und alkoholhaltigen Getränken über Süßwaren und Tabakwaren bis hin zu Foodservice-Produkten.

Werden durch die Eigenmarken auch Warengruppen aufgewertet, in denen es von Seiten der Industrie bisher zu wenig passende Innovationen für die Shops gibt?

Unsere Eigenmarken stellen in der Regel keine Konkurrenz oder Ersatz für Innovationen in den Kategorien dar. Mit den von uns entwickelten Eigenmarken-Produkten können unsere Kunden ihr bestehendes Angebot sinnvoll ergänzen und dem Verbraucher preislich spannende Alternativen zu bekannten Markenprodukten anbieten.

Gibt es Beispiele für eine intensivere Zusammenarbeit mit der Industrie oder einzelnen Industriepartnern, um Produkte oder Innovationen für den Unterwegskonsum passender zu machen?

Ein aktuelles Beispiel dafür aus dem Bereich Getränke sind unsere beiden Kühlschrank-Konzepte ‚cool&smart‘ und ‚cool&fresh‘. Mit diesen bieten wir unseren Kunden ganzheitliche Lösungen, die ihnen helfen, ihren Umsatz mit gekühlten Getränken zu steigern. Maßgeschneiderte Planogramme, die wir regelmäßig unter anderem auf Basis von Markt- und Sortimentsanalysen aktualisieren, sorgen dafür, dass unsere Kunden stets die Topseller im Angebot haben und sich die Flächenproduktivität der Shops erhöht. ‚Cool&smart‘ spricht mit den eingangs schon erwähnten Trend-Getränken, wie beispielsweise Bio-Wasser, Eistees mit wenig oder ohne Zucker sowie Smoothies, eine gesundheitsbewusste Zielgruppe an, die ihren Ernährungskonzepten entgegenkommen. Mit ‚cool&fresh‘ stellen wir eine Auswahl der Topseller aus den Bereichen alkoholfreie und alkoholhaltige Getränke zusammen.

Welche Produkt-Eigenschaften fördern den Erfolg von Innovationen im Convenience-Markt besonders?

Das Produkt muss den Anforderungen der Verbraucher entsprechen, vom Geschmack und von der Qualität her überzeugen. Auch sollte es leicht zu konsumieren sein, das heißt eine intelligente, nachhaltige Verpackung und Größen aufweisen. Für den Shopbetreiber ist wichtig, dass das Produkt ins übrige Sortiment passt und mit Werbung, Marketing- und POS-Aktivitäten unterstützt wird.

Welche Rolle spielt die preisliche Positionierung einer Innovation für den Erfolg bei Convenience Best und damit auch für einen guten Umsatz in den Shops?

Für die Auszeichnung bei Convenience Best ist in erster Linie der Erfolg der Produkte im Shop maßgeblich. Dieser wird auch von einer guten Preispolitik beeinflusst. Mit Convenience-Produkten verhält es sich in der Regel wie mit neuen Fahrzeugmodellen: Innovationen haben einen Neuheiten-Bonus. Das bedeutet aber nicht, dass der Preis zu stark nach oben von vergleichbaren Produkten einer Kategorie oder von den Angeboten in anderen Kanälen abweichen sollte. Generell beobachten wir für den Unterwegskonsum, dass Verbraucher die Preise immer häufiger mit denen im Lebensmitteleinzelhandel vergleichen – und nicht bereit sind, eine allzu große Preisdifferenz zu zahlen.

Welche Rolle spielen Ernährungstrends, wie etwa die steigende Nachfrage nach proteinreichen oder zuckerreduzierten Produkten?

Das zunehmende Bewusstsein für nachhaltige und gesunde Ernährung spielt auch in unseren Kanälen eine wachsende Rolle. Gerade jüngere Verbraucher fragen diese Produkte verstärkt nach. Emotionale Faktoren, wie die schnelle Belohnung unterwegs, haben aber nach wie vor einen hohen Stellenwert. Daher dürfen süße oder herzhafte Snacks in keinem Regal fehlen. In vielen Convenience-Shops stellt sich angesichts der begrenzten Fläche somit die Herausforderung, wie viel Platz aktuellen Trends eingeräumt werden kann. Hier gilt es, individuell das Angebot auf den Ort und die Zielgruppen abzustimmen, wobei wir unsere Kunden gerne unterstützen.

Wie sieht es mit dem langfristigen Erfolg der Award-Gewinner aus?

Bei den Award-Gewinnern handelt es sich um Produkte, von denen aufgrund ihrer Performance seit der Markteinführung auch eine Langzeitwirkung in ihrer jeweiligen Kategorie erwartet werden kann. Beispiele aus dem vergangenen Jahr sind die Einführung der Marke „Kinder“ und ihre vielfältige Zielgruppenansprache beim Impulseis oder die Produktvarianten von Fuze Tea und Rockstar bei den alkoholfreien Getränken.