Bildquelle: Convenience Shop

Interview Es geht um Konsumenten-Verführung im besten Sinne

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War dies mit ein Grund dafür, die Point-Märkte auf Spar Express umzuflaggen?

Everke: Ja. Im Rahmen von strategischen Gesprächen mit unserem Vermieter konnten wir alle 50 Shops unserer Eigenmarke Point innerhalb von sechs Monaten durch Spar Express ersetzen. Durch die Umwandlung auf die attraktivere Marke haben wir gleichzeitig auch langfristige Vertragsverlängerungen mit unserem Vermieter erzielt. Das war die erste Phase, dann folgten kontinuierlich Optimierungen in den Produktkategorien. Heute haben wir deutlich mehr Transaktionen an den Standorten und eine größere Zahl an Stammkunden.

Auf was muss man aus Ihrer Sicht im Convenience-Geschäft heute vor allem achten?

Everke: Meistens steckt der Teufel im Detail. Es gibt beispielsweise sehr unterschiedliche Kundenbedürfnisse an einem Bahnhof. Fernreisende haben ganz andere Wünsche als Pendler. Sehr wichtig ist auch die Logistik. Man muss sich fragen, was Convenience eigentlich heute bedeutet. Wenn man sich diese Läden im Ausland ansieht, sei es Albert Heijn in Holland oder Marks & Spencer Simply Food in London, dann interessiert die Konsumenten dort vor allem die Frische. Der Softdrink in PET ist das eine, aber der kleine frische Snack, wie Früchte und Müsli zum Frühstück oder mittags der Salat, das andere. Wer Convenience weiterentwickeln will, der muss sich darum kümmern. Am Thema Frische haben wir hier in den vergangenen Monaten am meisten gearbeitet und werden auch weiter besonderen Fokus darauf legen. Es geht darum, die Kategorie der Frische noch deutlicher in den Vordergrund zu rücken. Dafür braucht SSP Partner, die Frischekompetenz haben.

Sind die Verbraucher bereit für mehr Frische im C-Store?

Everke: Ich glaube, alle Beteiligten sind noch nicht ganz so weit. Es geht dabei um Konsumenten-Verführung im besten Sinne.

Wie sieht letztendlich die Wachstums-Strategie der SSP aus?

Everke: SSP ist weniger organisch, sondern vor allem durch die Übernahme der Mitropa 2004 und den Kauf der Lufthansa Airport-Gastronomie (LAG) 2008 gewachsen. Dadurch hat das Geschäft unter der Dachmarke SSP-The Food Travel Experts in den letzten Jahren stark zugelegt. Gerade in diesem Jahr werden wir ein starkes Wachstum haben, weil wir weitere Akquisitionen getätigt haben. Wir haben 33 Heberer-Filialen erworben und außerdem vier Starbucks-Filialen am Frankfurter Flughafen gekauft. Dazu kommt, dass wir am Flughafen Düsseldorf Ausschreibungen für neun gastronomische Einheiten gewonnen haben. Dort werden wir 2017 mit dem Großteil unserer neuen Einheiten starten. Gewonnen haben wir auch neun Bäckerei- und Snack-Einheiten am Flughafen Frankfurt. SSP ist ein Portfolio-Betreiber, was bedeutet, dass unser klassisches Geschäftsmodell die Betreibung mehrerer Geschäfte an einem Standort ist. So können wir beispielsweise Synergien in der Logistik und bei den Mitarbeitern im Bereich unserer Warehouses generieren.