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Grillen Meistens sonntags

Grillen ist zum kulinarischen Volkssport geworden und gehört mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, und das immer häufiger ganz spontan.

Wenn es um Outdoor-Aktivitäten geht, steht das Grillen ganz oben an. Mit den ersten Sonnenstrahlen wird „angegrillt“. Und die Entscheidung dafür fällt meistens spontan, ohne längere Vorbereitung. Ein Viertel der Grillfreunde hat sich erst am gleichen Tag dazu entschieden. Die meisten haben einen Tag Vorlauf. Denn der Rost wird erst angeheizt, wenn vorauszusehen ist, ob das Wetter mitspielt, so eine Grillstudie von Wiesenhof. Und da das Wetter meist unberechenbar ist, fällt die Entscheidung für das Gemeinschaftserlebnis kurzfristig.

Vielen Grillern kommt es vor allem auf das Zusammensein mit der Familie oder Freunden an. Je größer der Haushalt, um so öfter wird der Grill angeworfen, ergab die Wiesenhof-Befragung. Das weiß auch Bärbel Hammelmann, die mit ihrem Mann drei Aral-Tankstellen in Koblenz, Diez und Montabaur betreibt. „Anhand der Einkäufe kann ich sehen, ob spontan Besuch gekommen ist bzw. sich angemeldet hat.“ Ihre diesbezüglichen Erfahrungen hat sie vor allem am Standort in Montabaur gesammelt, den sie seit 18 Jahren kennt. Vor allem nach dem Umbau vor vier Jahren wurde ihr bewusst, wie wichtig Grillartikel an der Station sind.

„Die Tankstellen haben sich in dieser Hinsicht wirklich den Ruf der Notversorgung verdient“, sagt die Betreiberin. Bei den Kunden hat sich das Angebot schnell herumgesprochen und sie wissen es zu schätzen, beschränken sich beim Einkauf allerdings auf das Notwendigste. Sie seien weniger wählerisch, Hauptsache, die nötigsten Zutaten sind greifbar. Das neue Fashion-Outlet-Center zieht zwar seit einem Jahr Besucher aus dem weiteren Umfeld in die Stadt, doch die Station profitiert von ihnen eher im To-go-Bereich. Grillwaren kaufen die Einheimischen. Aktuell ist natürlich die Fußball-EM ein besonderer Anlass. Für Bärbel Hammelmann bedeutet das, gut vorbereitet sein zu müssen und genug Ware zu ordern.

Heiß und Eis

In einem Sommer ohne diesen sportlichen Saisonhöhepunkt orientiert sie sich in ersten Linie an den Wetterprognosen und schaut, was im Westerwaldkreis an Stadtfesten ansteht. Danach passt sie die Mengen an. Vor dem Shop sind neben der klassischen Grillkohle auch einfache Holzkohle, Anzünder, Aluschalen, Einweg-Geschirr, Besteck sowie Einweg-Grills platziert. Letztere erfreuen sich auch laut der Wiesenhofstudie großer Beliebtheit. Auf zwei flexiblen Roll-Gondeln haben die Artikel in der warmen Jahreszeit ihren festen Platz, gleich neben dem Eingang und der Crash-Eistruhe. Im Shop selbst gibt es dann noch abgepacktes Grillgut wie Bratwürste und Steaks in einer Plus-Kühlung. Auf Frischwaren, die sie evtl. über einen heimischen Metzger beziehen könnte, verzichtet Bärbel Hammelmann ganz bewusst. Die lebensmittelrechtlichen und hygienischen Vorschriften seien hoch. Das damit verbundene Risiko ebenfalls. Da bleibt sie lieber auf der sicheren Seite.

Senf und Ketchup, also die Standards, aber nicht die Riesenauswahl an Grillsaucen, ergänzen das Angebot. Feinkostsalate wurden aus dem Sortiment genommen, weil sie nicht angenommen werden, berichtet Bärbel Hammelmann. Doch andere Warengruppen profitieren von der beliebten Freizeitbeschäftigung: gekühlte Getränke (auch Kisten-Ware und Hachenburger, das Bier aus der Region), Brot und Backwaren, von denen kurzfristig auf Kundenwunsch auch größere Mengen gebacken werden, und natürlich salzige Snacks. Die Waren im Shop sind parziell platziert. Der Vorschlag dafür kommt aus der Bochumer Aral-Zentrale.

Ab Ende April bietet die Station Grillware offensiv an und lässt die Saison ab Oktober langsam ausklingen. Doch es kommt vor, dass auch im Winter passionierte Griller ihrem Hobby frönen. Für diejenigen hält das Lager immer noch das Notwendigste vorrätig. Hochkonjunktur aber ist an wetterbeständigen Sonntagen im Sommer, wenn die Vorräte aufgebraucht und die Kunden Lust auf einen kulinarischen Wochenendausklang unter freiem Himmel haben.