Bildquelle: Convenience Shop

Tankstelle Positive Premiere

Mit den Rewe to go-Shops will Aral mobilen Kunden und Nachbarschaftskunden künftig das „beste Einkaufserlebnis im deutschen Tankstellen- und Lebensmittel-Convenience-Markt“ bieten.

Das diesjährige Pressegespräch zum Aral-Tankstellengeschäft war gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Erstens war es die Premiere des neuen Vorstandsvorsitzenden Patrick Wendeler, der Anfang des Jahres, nachdem er schon 20 Jahre in verschiedenen Funktionen für BP und Aral tätig war, dieses Amt von Stefan Brok übernommen hatte. Zweitens konnte der Neue gleich eine Bilanz vorstellen, die aus seiner Sicht rundum erfreulich ist und das Jahr 2015 als eines der erfolgreichsten in der Geschichte der Marke Aral kennzeichnet. Drittens dominierte in diesem Jahr das Thema Shop-Geschäft bei den Fragen und Antworten deutlich.

Kein Wunder, denn, dass zwei große Marken wie Aral und Rewe auf diesem Gebiet eng kooperieren, ist dann auch den großen Tageszeitungen mehr als eine kleine Meldung wert. Wie wichtig das Shop-Geschäft ist, betonte auch der neue Vorstandsvorsitzende. Schließlich lasse sich allein vom Verkauf von Kraft-und Schmierstoffen eine Tankstelle längst nicht mehr wirtschaftlich betreiben, so Wendeler. Autowäsche und natürlich das Shop-Geschäft müssten dazukommen. Die C-Stores an den gesellschafteigenen 1.210 Stationen sorge für die Mehrzahl an Geschäftsvorgängen der Stationen und das Shop-Geschäft trägt mit 61 Prozent den größten Teil zum Umsatz der Tankstellenunternehmer bei. Umso wichtiger, dass der Store-Außenumsatz an den unternehmenseigenen Stationen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf ca. 16. Mrd. Euro stieg. Dabei waren laut Wendeler Tabakwaren, Getränke und Telefonkarten die wichtigsten Wachstumstreiber.

Sogar um 5 Prozent wuchs außerdem der Gastro-Umsatz der Petit Bistros an 1.137 Stationen. Er summierte sich 2015 auf mehr als 212 Mio. Euro. Doch trotz dieses Erfolgs sah man bei Aral mit dem alten Konzept offenbar bereits das Ende der Fahnenstange, die eine grundsätzliche Änderung notwendig gemacht habe. So gebe es eine Marktsättigung beim Kaffeeangebot und der Wettbewerb bei der Unterwegs- Versorgung sei ungleich härter als früher. Zugleich stellte man eine tiefgreifende Veränderung im Konsumverhalten mobiler Kunden fest. Daraus sei eine Chance für Convenience-Produkte geworden, die entweder als frisch zubereitete fertige Mahlzeit oder vorgefertigte Teile einer solchen bereitstehen. Deshalb steht der im März gefixte Deal mit der Rewe bei Aral unter dem Motto „Die Zeit ist reif für die nächste große Evolution des Shopangebotes.“

Rainer Kraus, Leiter strategische Kooperationen bei Aral, erläuterte schließlich, wie in der zweijährigen Testphase bei der Mineralölgesellschaft die Überzeugung reifte, mit Rewe to go an der Tankstelle richtig zu liegen. Wichtig seien heute auch für die mobilen Kunden Frische, Gesundheit sowie Einkaufserlebnis und schnelle Verfügbarkeit. Das vor diesem Hintergrund mit Markenpartner Rewe im Testzeitraum, erreichte deutliche Umsatzplus im zweistelligen Bereich, sei „in einem gesättigten und hochgradig preissensiblen Markt ein sensationelles Ergebnis“, sagte Kraus. Weiterer Pluspunkte: Die Kunden kamen häufiger und kauften mehr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kundinnen um 3 Prozent. Pro Station seien allerdings wegen des arbeitsaufwändigeren Sortiments ein bis zwei Mitarbeiter mehr notwendig, so Kraus.

Erwähnenswert ist aber auch, dass die Versorgung für später, die in ausländischen C-Stores eine wichtige Rolle spielt und hier zu Lande bisher eher schwach ausgeprägt war, laut Aral in den Test-Shops als Einkaufs-Motivation immer mehr an Bedeutung gewinnt. Der Verzehr vor Ort wird dagegen offenbar als zu vernachlässigen eingeschätzt, denn das Konzept sieht kein Bistro mit Aufenthaltsqualität vor, anders als es viele andere Betreiber sehen und praktizieren.

Die Mammutaufgabe, 1.000 gesellschafteigene Stationen auf Rewe to go umzustellen, soll bis 2021 erledigt sein. Die Umbauten bezahlt die Mineralölgesellschaft selbst und das Ziel ist dabei durchaus ambitioniert. Wendeler: „Wir wollen den qualitätsorientierten mobilen sowie zunehmend auch Nachbarschaftskunden das mit Abstand beste Einkaufserlebnis im deutschen Tankstellen- und Lebensmittel-Convenience- Markt bieten.“