Bildquelle: Carsten Hoppen, Um´s Eck, Dorfladen Großdeinbach

Shop des Jahres Kategorie Nahversorger

Dorfladen - Hofstädten

GEWINNER: In seinem Slogan „Einkaufen – wo du zuhause bist“ verspricht der Dorfladen Schöllkrippen-Hofstädten nicht zu viel, denn auf der 80 qm großen Fläche herrscht schon fast Esszimmeratmosphäre. Die Einrichtung ist ländlich rustikal mit kunstvoll gestalteten Dekorationselementen. Dem ist die Warenpräsentation angepasst: Auf einem Tisch aus Omas Küche wird Obst und Gemüse in Weidenkörbe angeboten. Die Theke aus Eichenholz und die Holzregalen sind ideale Warenträger für die regionalen und frischen Waren. Ein Ort, wo die Produkte der Lieferanten aus dem Umfeld zusammengeführt werden. Auf Kundenwunsch wurde auch ein kleines Bio-Sortiment mit aufgenommen. Der Dorfladen differenziert sich darüber hinaus mit Produkten aus eigener Herstellung, etwa Salaten und Aufstriche, orientiert sich preislich aber an den nächstgelegenen Supermärkten. Der Bistro-Teil nimmt nur 4 qm ein, gerade Platz für einen Tisch mit Stühlen. Trotzdem ist das der zentrale Lebensmittel-Punkt für junge und alte Menschen des ca. 520 Seelen Ortes Hofstädten. 1.300 Kunden-Kontakte gibt es in der Woche. Die meisten kommen zum Einkaufen, andere zum Mittagstisch, Seniorennachmittag, zur Strickrunde oder zum Adventsmarkt und zum Blumenverkauf. Und wer Lust zum Surfen hat, kann an diesem Hotspot durch die elektronische Welt reisen. Postdienste und Paketannahme sind im Dorfladen inbegriffen. Abgesehen davon, dass dort ein freundliches Miteinander zwischen den Verkäufern und den Kunden gepflegt wird, ist das primäre Ziel natürlich die Nahversorgung. Und das an regulären Wochentagen mehr als elf Stunden. Ein Kunde bringt es auf den Punkt: „Dieser Laden ist ein Schmuckstück und das Personal sind dessen Edelsteine.“

Einkaufstätte und Anlaufpunkt für ein ganzes Dorf: Im Bürgerladen entschied man sich darum für eine wohnliche Gestaltung. Zentraler Blickfang ist die Obst- und Gemüse-Präsentation auf einem alten Küchentisch mit einer antiken Kaufmannswaage.

Dorfladen - Großdeinbach

NOMINIERT: Primärer Anspruch des Dorfladen Großdeinbach ist natürlich die Sicherung der Nahversorgung. Aber er bringt auch ein Stück Infrastruktur in den Ort. Der Laden im ehemaligen Schulhaus ist behindertengerecht und auf Senioren sowie auf Kinder eingestellt. Betrieben wird er als Genossenschaft mit 223 Mitgliedern, die nicht nur die finanzielle Basis schaffen, sondern ihren Dorfladen konsequent weiterentwickeln. Und dabei liegt der Fokus auf dem Vollsortiment mit einem hohen Anteil lokaler und regionaler Produkte sowie auf Bio-Waren mit einem stattlichen Anteil von 30 Prozent. Damit grenzt sich der Dorfladen eindeutig von den Supermärkten ab, zu einem vertretbaren Preis-Niveau, so dass möglichst viele auch ihren großen Einkauf vor Ort tätigen können. Der Umsatzanteil des Bistros ist mit 3 Prozent allerdings gering. Erfüllt werden aber individuelle Wünsche, und zwar mit Produkten aus dem gesamten Vollsortiment. Eine Dienstleistung, die aber nicht weiter kommerzialisiert wird, ist der Verkauf von Briefmarken und die Paketannahme für Privatehaushalte im nahen Umkreis.

Pluspunkte des Dorfladens sind die langen Öffnungszeiten von elf Stunden täglich und die diversen Aktionen rund um den klassischen Lebensmittelverkauf.

Um‘s Eck - Polchingen

NOMINIERT: Das Geschäft verbindet seit Februar diesen Jahres Nahversorgung für den Stadtteil Stumpenhof mit den Themen Integration und Inklusion. Als Teil der Behindertenwerkstätten Esslingen bietet der Um‘s Eck Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger und körperlichen Behinderung. Über sein Sortiment signalisiert er den Kunden seine Schwerpunkte. Zum Beispiel Frische mit einem Marktstand vor der Ladentür und Qualität mit zahlreichen Bio- und Fairtrade-Produkten. Parallel dazu wird im Vollsortiment eine Niedrig-Preis-Schiene gefahren, so dass der tägliche Bedarf mit ca. 700 Artikeln abgedeckt ist. Tabakwaren sind nur ein Randsortiment und fallen mit einem Umsatzanteil von etwa 1,5 Prozent nicht ins Gewicht. Für das Kernsortiment Lebensmittel hat der Nahversorger keine unmittelbaren Wettbewerber, dafür aber im Dienstleistungssektor. Konsequenterweise verzichtet er zum Beispiel auf Post, Paketdienste, Reinigung, Lotto-Annahmestelle usw. Als Serviceleistung unterhält er aber einen Bringdienst etwa für Senioren – umweltverträglich mit dem E-Bike.

Die 200 qm große Fläche steht für Nahversorgung und Integration. Geistig und körperlich behinderten Menschen bietet sie einen Arbeitsplatz. Und den Dorfbewohnern eine wohnortnahe Einkaufsquelle.