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Handel & Wandel Plattform für die C-Branche

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Wenn es um Entwicklungen im C-Channel geht, ist die Jahrestagung Handel und Wandel an Tankstellen und Convenience Shops eine Fungrube. Zum 20. Mal traf sich die Branche, um eine Trendtour ins Shop-Geschäft zu unternehmen, mit Querdenkern zu diskutieren und um sich mit Impulsgebern auszutauschen.

Volles Haus – das war der erste Eindruck, den die Teilnehmer des diesjährigen „Klassentreffens“ hatten. Weitere Informationen auf der Tagung dürften sie darin bestätigt haben, dass Convenience eine innovative, spannende und sehr kreative Branche ist. Dafür sorgte ein umfangreiches Zwei-Tagesprogramm mit Fachvorträgen und Fachsimpeleien in den Pausen an den Ausstellungsständen.

Doch so vielfältig wie die Branche ist, so vielfältig sind auch die Entwicklungen in der globalen Convenience-Welt, in der gastronomische Konzepte immer mehr Raum einnehmen. Immerhin waren 67 Prozent der Teilnehmer im Rahmen des tagungsbegleitenden Votings der Meinung, dass sie sich besser entwickeln, als das Retail-Geschäft, an das das andere Drittel glaubt.

Eine Fülle von Inspirationen lieferte dazu Volker Köhnen, Geschäftsführer von The Food Professionals. Er sieht Foodtrucks auf der Überholspur und damit auch als Initialzünder für die moderne Shop-Gastronomie. Nicht nur in Kopenhagen sei bereits ein fester Street-Food-Markt entstanden – kein Pop-up, sondern es gingen immer mehr Gastronomen auf die Straße: Im Internet zählte Köhnen im vergangenen Jahr 280 Trucks, die durch Deutschland touren, und damit dreimal soviel wie noch 2014. Die Hürden, wie bezahlbare Standorte, qualifiziertes Personal und gesetzliche Vorgaben, etwa der Mindestlohn und HACCP-Vorschriften, seien hoch, aber der Erfolg von Streetfood gebe den Machern recht. Immerhin seien die Gäste bereit, pro Besuch zwischen 5 und 14 Euro zu berappen. Selbst Fastfood-Ketten wie McDonald’s, aber auch Nordsee dächten schon über Streetfood nach, weiß Köhnen. Dabei gehöre Klassisches wie Pizza und Co. eher der Vergangenheit an. Jeder Vierte habe sich auf ausgefallene Burgerkonzepte konzentriert und jeder Fünfte widmet sich der regionalen Küche.

Die Alltagsküche war also gestern, häusliche Koch- und Essgewohnheiten haben sich verändert. Günter Birnbaum, Senior Director bei Consumer Panels, GfK, nannte das Entstrukturierung des Konsumalltags, in der Zeitknappheit und Flexibilisierung die Veränderungen von Verzehrgewohnheiten vorantreiben. Konsumenten wollten heute Mehrwert, der Preis rücke in den Hintergrund. Eine Chance für den Handel, der junge Leute jetzt gewinnen und bedienen muss, meint Birnbaum. Auf der Jahrestagung zeigte sich aber auch, dass diese innovative Branche manchmal der Zeit durchaus einen Schritt voraus ist.

Beispiel Digitalisierung: In den Köpfen der Retailer ist das Thema präsent, aber in der Umsetzung scheitert es meist an der Bereitschaft der Kunden. Dabei könne der Händler die Zeit, die diese mit ihrem Smartphone verbringen, für sich nutzen, erklärte Jörg Croseck, Geschäftsführer TCC - The Continuity Company. Er will alten Mechaniken, etwa das Couponing, in die moderne digitale Welt holen und in Kundenbindung umwandeln. Das klappt, wenn die Inhalte stimmig sind und sie das Kundeninteresse dauerhaft wecken. Also muss die Kernfrage nach dem Mehrwert gelöst werden. Da sieht Carsten Nolof, Leiter des Fachbereichs Marketing für Shops und Food Service bei Total, noch keine Ansatzpunkte. Was sollte eine App für die Tank- und Zigarettenkunden enthalten, fragte er bei der Podiumsdiskussion.