Bildquelle: HMC/Michael Zapf

Internorga Hamburg tischt auf

Nationale und internationale Produktpremieren gaben auf der diesjährigen Internorga den Zukunftskurs an. Eine Trendtour durch die Sortimente, auch für Shop-Betreiber.

Wie ein Smoothie in die Tüte kommt, wogegen die Konter-Brause etwas hat, wie Food-Pairing sich auch in Shops ausbreitet, oder wie jetzt schon Appetit auf die Fußball-EM in Frankreich gemacht wird – das und vieles mehr war auf der Internorga Mitte März in Hamburg zu erfahren. Alljährlich bringt die Leitmesse für den boomenden Außer-Haus-Markt die Akteure in diesem Markt zusammen. Sie ist nicht nur ein traditioneller Impulsgeber, sondern steht auch für den fachlichen Austausch und für gute Geschäftsmöglichkeiten.

Je mehr der Handel, allen voran die C-Stores, den Außer-Haus-Bereich für sich entdeckt, umso wichtiger sind solche Plattformen auch für ihn. Etwa um sich einen Eindruck über Getränke und Snacks zu verschaffen, aber auch um für geplante Investitionen in neue Küchentechnik und Equipment gerüstet zu sein. Besonders auffallen war in diesem Jahr, dass die Aussteller mit Konzepten rund um ihre Produkte aufwarteten.

Wer also auf der Suche nach einem Kaffeevollautomaten war, dürfte von den massgeschneidernden Maschinen begeistert gewesen sein. Doch längst geht es nicht mehr darum, die Qualität eines kaffeehaltigen Getränks zu verbessern oder den Schaum und die Frischmilchzufuhr zu optimieren. Das sind mittlerweile Standards. Im Fokus steht zunehmend eine möglichst unkomplizierte Handhabung, und zwar von der Wartung, über das Entkalken bis hin zum bedienfreundlichen Touchscreen. Außerdem wird der Vernetzung der Maschinen mit einem Warenwirtschaftssystem (um jederzeit den Status abzufragen) immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Abgesehen davon bieten die Hersteller Wartungs- manche sogar Finanzierungspakete mit an.

Bei den Snacks hat alles was nicht 08/15 ist die Nase vorn. Das sind ausgefallene Geschmacksrichtung, etwa süß-sauer, aber auch besondere Darreichungsformen. So scheint für die Take-away-Artikeln der altbekannte Brotteig den Papptray bzw. -becher abzulösen.

Bei den Getränken stehen die Limonaden mit einem gewissen Mehrwert an Nährstoffen, gesundheitsfördernder Substanzen in kultiger Aufmachung ganz oben. Immer mehr behaupten sich auch die Craft-Biere. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Craft Beer Arena mit rund 30 kreativen Brauern aus dem In- und Ausland nahezu verdoppelt. Fachbesucher und Top-Entscheider aus Gastronomie und Getränkefachgroßhandel kosteten außergewöhnliche Kreationen. Die Workshops und Podiumsdiskussionen fanden ebenfalls großen Anklang.

Zu Gaumenfreuden aus aller Welt lud auch das Food Truck Village ein, wo zum Beispiel Bio-Burger, Veganes, Hack-Spezialitäten oder Premium-Hot-Dogs lockten. Mit ihrem Rahmenprogramm zeigt die Internorga ohnehin Pioniergeist, denn dieses greift wichtige Branchenthemen und innovative Formate auf. Als ein inhaltliches Highlight entpuppte sich auch in diesem Jahr wieder die Newcomers’ Arena, jenes Areals, dass Star-ups vorbehalten und für die Besucher ein Muss ist. Auf dem Catwalk der Innovationen präsentierten die Aussteller visionäre Ideen und knüpften wichtige Kontakte für den erfolgreichen Markteinstieg. Diese Innovationsplattform zählte neben Klassikern wie dem Pink Cube oder der Skywalk Tafel zu den Publikumsmagneten der Gastro-Messe.

Insgesamt kamen 95.000 Fachesucher aus dem In- und Ausland nach Hamburg. Die positive Stimmung wurde durch die Befragung eines unabhängigen Marktforschungsinstituts bestätigt: Rund 90 Prozent der Befragten beurteilen die Messe mit sehr gut oder gut. Ebenfalls 90 Prozent werden sie weiterempfehlen. Auch die Internationalität der Besucher bleibt mit 7 Prozent auf hohem Niveau. Ab 2017 verkürzt sich die Laufzeit der Internorga um einen auf fünf Tage. Sie findet vom 17. bis 21. März auf dem Gelände der Hamburger Messe statt. Die Messegesellschaft reagiert damit auf die sich verändernden Bedingungen für Fachmessen.