Bildquelle: Internorga

Internorga Gipfeltreffen an der Elbe

Alle Flächen der Internorga auf dem Hamburger Messegelände sind ausgebucht. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren . Nur noch wenige Tage bis zur Trendshow für den Außer-Haus-Markt.

Das Programm ist überwältigend. Neben den Präsentationen der 1.300 Aussteller aus 25 Ländern wartet auf Messebesucher vom 11. bis 16. März 2016 ein spannendes Rahmenprogramm. Die ehemalige Regionalausstellung war im Laufe der Jahrzehnte stets am Puls der Zeit, und hat die Entwicklungen und Herausforderungen des Außer-Haus-Marktes reflektiert. Eigentlich gilt sie als Leitmesse für Hotellerie und Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Catering sowie das Lebensmittelhandwerk. Doch ihr Angebot birgt ebenso viel Potenzial für Convenience-Shops. Der Coffee to go, Snacks jeder Art, Energydrinks usw. gehören zu den Schwerpunkten.

Zu ihrem 90. Geburtstag wagt die Internorga einen Blick in die Zukunft und hat das GDI Gottlieb Duttweiler Institute Zürich mit einem exklusiven Thesen-Papier beauftragt. Herausgekommen sind einige gastronomische Trends, mit denen sich auch die Convenience Branche auseinandersetzen sollte.

Digitalisierung – Sie schafft komplett neue Wettbewerbsverhältnisse

Das GDI geht davon aus, dass die fortschreitende Digitalisierung den Außer-Haus-Markt revolutionieren wird: Die Grenzen zwischen Retail und Gastronomie verschwimmen. Das belegen auch die derzeitigen Bestrebungen vieler C-Store-Betreiber, ihr Bistro-Angebot auszubauen, und sei es auch nur für den To-go-Bereich bzw. die Unterwegsversorgung. Zudem hält die Digitalisierung immer mehr Einzug, zum Beispiel durch Bestell- und Bezahlsysteme. Künftig sollen auch On-Demand-Lieferdienste lokaler Bauernhöfe denkbar sein, kann sich das GDI vorstellen. Für den Kunden werde es immer wichtiger, das richtige Angebot zur richtigen Zeit verfügbar zu haben. Nicht nur Gastronomen, sondern auch Händler von morgen müssten daher auf allen Kanälen medial präsent sein.

Convenience – Wir werden immer bequemer, nicht unbedingt glücklicher.

Unser Alltag ist geprägt von Mobilität, Flexibilität und Tempo. Die Qualitäts-Ansprüche der Konsumenten und die Bedeutung von Convenience-Food steigen – die Weiterentwicklung zum Komfort-Essen prägt die Zukunft. Dabei gilt es zwischen zwei Herausforderungen eine Brücke zu bauen. Zum einen möchten Verbraucher Transparenz bei Herkunft, Produktionsbedingungen, Nähr- und Zusatzstoffen von Convenience. Zum anderen befriedigt Convenience nicht die Sehnsucht nach frischem, natürlichem, lokalem, biologischem Essen. Auch wenn das GDI meint, die Gastronomie stehe vor der Herausforderung, die fehlende Verbindung zwischen Convenience und nachhaltigen Erlebnissen durch neue Konzepte zu schließen, so werden sich auf der anderen Seite die C-Stores der Entwicklung hin zu Take-away oder Automaten stellen müssen.

Homing statt Cocooning – Der Kampf um die letzte Meile nimmt zu.

Angesichts der steigenden Mobilität gewinnt das Essen zu Hause wieder an Bedeutung. Konsumenten nutzen hierfür neu entstehende Lieferdienste und Technologien. Je reichhaltiger, einfacher und verfügbarer die Bestellmöglichkeiten sind, desto eher wird darauf zurückgegriffen. Für Shop-Betreiber mag das momentan (noch) unvorstellbar sein. Aber Fastfood-Ketten machen bereits erste Gehversuche in diese Richtung.