Bildquelle: Lagardère Travel Retail

Flughafen Alles für den Flug

Mit einer Mischung aus Food-to-go-Produkten, klassischen Shop-Artikeln und Souvenirs bricht für die Hub-Convenience-Shops eine neues Zeitalter an. Oliver Hempel, Chief Marketing Officer bei Lagardère Travel Retail, erklärt was „Fräulein Fröhlich“ und Nackenkissen verbindet.

Im Ankunftsterminal des Flughafens Berlin-Schönefeld haben Sie im Dezember einen Shop namens Trib‘s eröffnet. Am Flughafen Frankfurt stellten Sie zwei Monate später den Hub Store 2.0 vor. Was unterscheidet die Formate?

Oliver Hempel: Beide Konzepte können sowohl auf der Air- als auch auf der Landside eingesetzt werden. Bei Trib's handelt es sich um ein Foodkonzept, das mit einem Zusatzsortiment von Convenience-Artikeln ausgestattet ist. Der Umfang dieses Sortiments wird an die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Standorts angepasst. Bei Trib's gibt es grundsätzlich eine Backtheke, ein Speisenangebot, das je nach Tageszeit wechselt und vor Ort produziert wird, sowie Sitzgelegenheiten. Dagegen bieten wir im Hub Convenience ausschließlich verpackte Waren an, die an ausgewählten Standorten noch um eine große Kaffee-Auswahl ergänzt werden. Der Shop wird mehrfach am Tag beliefert, so dass wir flexibel auf das Nachfrageverhalten reagieren können. Weil er auf der Airside liegt und wir dort Kunden aus den verschiedensten Zeitzonen haben, ist die Nachfrage in allen Produktbereichen den ganzen Tag über relativ identisch.

Wie viel Fläche räumen Sie im Hub den Food-to-go-Artikeln ein?

Hempel: Der jeweilige Sortiments- bzw. Platzanteil wird immer an die Gegebenheiten vor Ort angepasst. Im neuen Frankfurter Shop sprechen wir von 15 Prozent für Food-to-go. Darunter sind Snacks, Desserts, Salate, Getränke, Obst usw. gebündelt. Dazu kommen eine große Fläche für salzige und süße Snacks sowie viele Souvenirprodukte aus dem Süßwaren-Bereich wie etwa hochwertige Pralinen etc.

Welche Schwerpunkte bedient Food-to-go?

Hempel: Wir haben einen sehr hohen Anteil an Produkten für ernährungsbewusste Kunden, zum Beispiel saisonale Obstbecher oder Feinkostsalate mit dem Power-Food Quinoa. Da der Shop im Non-Schengen Bereich liegt, gibt es viele Passagiere, die eine Wohlfühl-Alternative zum Bord-Menü, etwa Obst, suchen und finden.

Ist die Marke „Fräulein Fröhlich“ von Ihnen eigens für Hub entwickelt worden?

Hempel: Fräulein Fröhlich haben wir vor ca. drei Jahren ins Leben gerufen. Sie steht für das Food-to-go-Angebot in allen Hub Convenience-Läden. Aktuell arbeiten wir an der Ausweitung in andere Konzepte, zum Beispiel in unseren Foodservice-Bereich in Deutschland und Österreich.

Sind hinsichtlich des Sortiments besondere Auflagen auf der Airside zu berücksichtigen?

Hempel: Es gibt aufgrund der Wettbewerbssituation natürlich gewisse Einschränkungen. Zum Beispiel dürfen wir am besagten Standort keine warmen Getränke anbieten. Grundsätzlich reagieren wir aber mit unserem Angebot auf die Bedürfnisse unserer Kunden.

Führt der neue Hub auch Shop-Klassiker, etwa Zeitungen, Zeitschriften, süße Riegel, gekühlte Getränke usw.?

Hempel: Ja, selbstverständlich. Darüber hinaus noch Souvenirs und andere Dinge, die unseren Kunden die Reise leichter und angenehmer machen. Ein bekanntes Beispiel für diese sogenannten Travel Essentials ist das für viele Passagiere unverzichtbare Nackenkissen.

Apropos Travel Essentials, welche Bezahlsysteme bieten Sie dem internationalen Publikum am Flughafen?

Hempel: Wir akzeptieren neben Bargeld in allen internationalen Währungen wie Dollar, YEN etc. auch alle gängigen Kreditkarten.

Ist der Hub Frankfurt ein Flagship-Store?

Hempel: Lagardère Travel Retail setzt das Hub-Konzept weltweit ein. In Frankfurt haben wir nun den ersten Shop im modernisierten Hub Convenience- Standard eröffnet, sozusagen eine Musterfiliale. Künftig werden alle neuen Läden nach diesem Vorbild geplant und bestehende sukzessive umgebaut.

Sie sagen, dass in der Unterwegsversorgung Potenzial steckt. Was bedeutet das für ein Unternehmen wie Lagardère Travel Retail?

Hempel: Um das Potenzial umfangreich auszuschöpfen, sind neue, frische Konzepte genauso notwendig wie die dauerhafte Arbeit am Sortiment. Innovationen im Produktbereich sind unverzichtbar, um auf die sehr schnelllebigen Trends und Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen zu reagieren. An Flughafenstandorten muss ein Shop zum Beispiel auch in der Lage sein, koschere und halal-konforme Produkte zu bieten. Das verlangt hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Sortimente und Konzepte an die jeweiligen Standorte. Hier kombinieren wir unsere jahrelange Expertise aus Retail und Food für ein trend- und kundengerechtes Angebot.