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Frische Snacks Mehr Platz für Frische

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Frische-Snacks haben zurzeit keinen leichten Stand in C-Stores. Würden die aktuellen Ernährungs-Trends stärker beachtet, würden Shop-Betreiber dem Segment mehr Platz einräumen.

Der deutliche Umsatzabsturz bei der gekühlten Frischware – er fällt bei den Warenklassen für Tankstellen sofort auf. Die Experten von IRI Information Resources GmbH – einem weltweit führenden Anbieter von Marketing-Beratungsleistungen für Konsumgüterindustrie und Konsumgüterhandel – melden für die erste Jahreshälfte ein Minus von 30,3 Prozent; im Monat Juli betrug es sogar 57 Prozent. Keine andere Warenklasse bewegt sich auch nur annähernd in diesem schmerzlichen Bereich. An zweiter und dritter Stelle rangieren allgemeine Lebensmittel mit minus 13,9 und Konserven mit minus 13,3 Prozent.

IRI-Consultant Christian Bähr macht sich zu dem drastischen Absturz im Tankstellen-Segment so seine Gedanken. Er verweist darauf, dass die Basis der Produkte relativ gering sei, das heißt: Nicht jede der geführten Tankstellen bietet passende Kühlregale mit Produkten des Warenbereiches der gekühlten Frischware an. Außerdem werde die Kühlfläche für andere Warengruppen genutzt oder bei einigen Tankstellen-Shops reduziert. Darüber hinaus stellt Christian Bähr jedoch auch fest: „Diese Warengruppe befindet sich aktuell nicht unbedingt im Fokus der Tankstellen.“

Doch das kann sich ändern. Shop-Betreiber sowie andere Verantwortliche im Convenience-Shop-Bereich sind gut beraten, wenn sie sich wesentliche Ernährungs-Trends vergegenwärtigen. Auf diese Trends können sie dann unter Umständen mit besonderen Aktionen und Marketingmaßnahmen reagieren.

„Frei von“ ist ein wichtiges Schlagwort

So dürften sich Frische-Snacks besser positionieren lassen, wenn sie neben dem Kriterium Frische noch mit anderen Attributen belegt werden. Die Nestlé-Studie brachte 2016 ein weiteres Mal zum Vorschein, wie wichtig Tierwohl-Fragen und andere ethische Aspekte den Konsumenten zu sein scheinen. Der Nestlé-Studie zufolge bezeichnen 54 Prozent von ihnen zum Beispiel faire Preise für Lieferanten als wichtig und 35 Prozent wären bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Beim Verzicht auf Gentechnik (48 Prozent „ist mir wichtig“; 38 Prozent „ist mir wichtig und bin bereit, dafür mehr Geld auszugeben“) und der artgerechten Tierhaltung (45 Prozent „ist mir wichtig“; 46 Prozent „ist mir wichtig und bin bereit, dafür mehr Geld auszugeben“) verhält es sich ähnlich. Es spräche nichts dagegen, wenn C-Store-Verantwortliche im Snack-Geschäft auch solche Aspekte deutlicher bewerben würden.

Ein weiteres Schlagwort, das bei Frische-Snacks aufgegriffen werden könnte, lautet „Frei von“. Nach Auffassung vieler Konsumenten sind Laktose, Aromen, Fruktose, Hefe und Zusatzstoffe verbannungswürdig.

Dieser Freiheitsdrang treibt manchmal etwas seltsame Blüten. Zum Beispiel, wenn die Zahl der glutenfreien Produkte nach oben schnellt, obwohl an der Autoimmunerkrankung Zöliakie, die eine glutenfreie Ernährung erzwingt, „nur“ knapp 1 Prozent der Bevölkerung leidet: Nach Darstellung der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft bringt eine glutenfreie Ernährung für gesunde Menschen keinerlei Vorteile.