Bildquelle: Deutsche Bahn

Hbf München Mega Projekt

Der Hauptbahnhof München soll Schauplatz einer spektakulären Umgestaltung werden. Die Planer und alle Beteiligten müssen für dieses ganz besondere Vorhaben einen langen Atem haben: Mit der Fertigstellung ist erst etwa im Jahr 2029 zu rechnen.

Eine kleine, fast unauffällige Ausstellung in der Haupthalle des Münchner Hauptbahnhofes gibt derzeit Auskunft über eines der bundesweit spannensten Projekte im Bereich Bahnhofsbau der kommenden 15 Jahre: Der geplanten Neubau des Empfangsgebäude des Münchner Hauptbahnhofes und die gleichzeitige Umgestaltung des Starnberger Flügelbahnhofes. Bei diesem Großprojekt geht es im Kern zunächst eher um die Lösung eines Verkehrsproblems. Die Stammstrecke der Bahn durch den Münchner Innenstadttunnel ist ein bekanntes Nadelöhr im S-Bahn-System. Sie ist eine der am stärksten befahrenen Eisenbahnstrecken Deutschlands und muss dringend entlastet werden. Bereits seit den 90er Jahren wird in München über den Bau einer zweiten Stammstrecke durch den Untergrund der Stadt diskutiert, der jetzt voraussichtlich umgesetzt werden soll. Im Dezember 2016 stimmte der Münchner Stadtrat dem Abschluss einer Rahmenvereinbarung zwischen der DB Station&Service AG und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung bezüglich wesentlicher Eckpunkte des Vorhabens und deren Planungsverfahren zu. Angeblich sollen bereits im Frühjahr 2017 die ersten Bauarbeiten beginnen.

Dort wo die jetzige Schalterhalle steht, soll in den kommenden Jahren ein 41 Meter tiefer und 40 mal 60 Meter breiter Schacht gegraben werden. Grund: Die zweite Röhre reicht tief, denn sie muss noch unterhalb aller dort schon bestehenden Anlagen liegen.

Bei diesem Aufwand lag es offenbar nahe, das alte Bahnhofsgebäude des Münchner Hauptbahnhofes mit abzureißen und neu aufzubauen. Die schiere Größe dieses Projektes sorgt dann auch für den langen Zeithorizont des Vorhabens, über das in München viel diskutiert wird: Aktuell geht man in der Stadt davon aus, dass das Projekt etwa 2029 fertig sein könnte.

„Mit dem Neubau des Empfangsgebäudes gewinnt dieser an Attraktivität und bietet städtebauliche sowie wirtschaftliche Chancen für die Entwicklung des Bahnhofs und seines Umfelds“, teilt die Deutsche Bahn mit. Neben der spektakulären Gebäudearchitektur sollen attraktive Vorplätze, eine größere Anzahl an PKW- und Fahrradstellplätzen und eine verbesserte Verkehrsentwicklung den neuen Münchner Hauptbahnhof auszeichnen. Auch auf ein ressourcenschonendes Energiekonzept sowie auf umfassende Kriterien der Barrierefreiheit soll beim Neubau besonderer Wert gelegt werden.

Bereits in den Jahren 2003 bis 2006 schrieben die Landeshauptstadt München, das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und die Deutsche Bahn einen Architekturwettbewerb aus. Der Siegerentwurf stammt vom Münchner Architekturbüro Auer Weber Assoziierte. Der Münchner Stadtrat beschloss dann im April 2015, das neue Hauptempfangsgebäude und den Starnberger Flügelbahnhof auf der Grundlage des überarbeiteten Entwurfs von Auer Weber weiter zu entwickeln. Seitdem wurde ein Planfeststellungsverfahren vorbereitet und für den Starnberger Flügelbahnhof ein Bebauungsplan erarbeitet. Der Stadtrat hat darüber hinaus beschlossen, eine Beratergruppe einzurichten, die die weiteren Planungen hinsichtlich der Gestaltung kritisch begleiten soll.

Nach derzeitigem Stand beschreibt die Deutsche Bahn das Projekt Hauptbahnhof folgendermaßen: „Die neue, voll verglaste Eingangshalle des Empfangsgebäudes bietet den Reisenden und Besuchern künftig einen unverbauten Blick in Richtung Altstadt. Die offene und großzügige Gestaltung auf sieben oberirdischen Geschossen lädt zum Verweilen ein. Die neuen Räumlichkeiten schaffen ausreichend Platz für Einrichtungen der Deutschen Bahn, Einzelhandel, Gastronomie, Tagungs-, Event- und Bürobereiche. Serviceangebote wie DB Informationen werden an prominenten Stellen des Bahnhofs gut auffindbar sein. Ruhezonen im Bahnhof bieten den wartenden Reisenden eine Rückzugsmöglichkeit. Ein verbessertes Wegeleitsystem ermöglicht eine gute Orientierung und lenkt die Hauptverkehrsströme der Reisenden und Besucher optimal.“

Eine wichtige Rolle bei dem Projekt spielen für die Stadt München auch die betroffen Bahnhofsvorplätze. „Im Zuge des geplanten Neubaus des Münchner Hauptbahnhofes sollen auch die drei Vorplätze verkehrlich neu geordnet und gestaltet werden“, teilt sie mit. Kernziele dabei sollen die Aufwertung aller Platzflächen sowie die bessere Erreichbarkeit von Innenstadt und Tram sein. Geplant ist, den Bahnhofplatz und die Schützenstraße so umzugestalten, dass die Fußgängerzone bis zur Empfangshalle verlängert wird. So soll der Hauptbahnhof besser mit der Altstadt verbunden werden. Insgesamt also ein echtes Jahrhundertprojekt, das Convenience Shop mit Blick auf unsere Branche weiter begleiten wird.