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Valora Schweizer Know-how und deutsche Präzision

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Peter Obeldobel reist immer mit einem Stapel Zeitschriften im Gepäck. Und beim Tankstellenbesuch gönnt er sich gern was Süßes. Dabei taucht der Deutschland-Chef von Valora in den Shop-Alltag ein und hat ein Auge darauf, was sich vor Ort abspielt.

Vom Luxusgut zum Grundbedarf könnte man Ihren Wechsel von einem Juwelier zu Valora im vergangenen Jahr überschreiben. Haben Ihre vorherigen Stationen und das Kiosk-Geschäft überhaupt etwas gemeinsam?

Peter Obeldobel: Ja, auf jeden Fall. Im Handel geht es immer darum, die Bedürfnisse der Kunden zu wecken, sie zu begeistern und ihre Erwartungen zu übertreffen. Wesentlicher Unterschied ist aber die Geschwindigkeit. Die Verweildauer der Kunden am POS und der durchschnittliche Einkaufswert sind deutlich geringer, dafür sind die Wiederbesuchsraten vergleichsweise hoch.

War es für Sie eine große Umstellung, sich auf geringe Margen einzustellen?

Obeldobel: Nein, überhaupt nicht.

Shopbetreiber haben gerade einmal 1,5 Sekunden Zeit, die Kunden auf den Kiosk oder C-Store aufmerksam zu machen.

Obeldobel: Ja, das ist die Ausgangssituation für Geschäfte in Hochfrequenzlagen. Es muss gelingen, den Kunden zum Betreten des Geschäfts zu animieren. Unsere Aufgabe ist es daher, im Außenbereich durch klare und kundenorientierte Kommunikation Aufmerksamkeit zu schaffen und das Interesse der Endverbraucher am Angebot zu wecken. Gelingt es uns, einen Endverbraucher zum Betreten unserer Stores zu bewegen, müssen wir der Erwartungshaltung nicht nur gerecht werden, sondern diese übertreffen. Denn nur begeisterte Kunden besuchen uns wieder oder empfehlen uns weiter.

Haben Sie Kioske vor dem Einstieg bei Valora überhaupt wahrgenommen bzw. angesteuert?

Obeldobel: Auf jeden Fall. Wenn ich auf Reisen gehe, besorge ich mir am Kiosk oder in einem Presseshop einen Stapel Zeitschriften, manchmal auch einen Kaffee oder Snack. Und einen Tankstellenshop verlasse ich selten ohne Süßes. Wenn ich heute einen Shop betrete, sehe ich ihn natürlich auch aus einem anderen Blickwinkel und schaue, was es Neues gibt bzw. was die Wettbewerber machen.

Der gute alte Kiosk wird von modernen Konzeptenabgelöst. Bröckelt sein Image als vertrauter Kiez-Treff?

Obeldobel: Sich unterwegs zu versorgen ist Teil des mobilen Lifestyles geworden. Dieser Lifestyle ist definitiv am Kiosk angekommen. Gefragt sind ein attraktives, emotionales Einkaufserlebnis und ein hohes Maß an Service. Der Kiosk der Zukunft hat vielleicht einen anderen Namen und ein modernes, zeitgemäßes Ambiente. Aus unserer Sicht ist er aber weiterhin ein verlässlicher „Anker“ für die mobilen Menschen auf ihrem täglichen Weg.

Viele internationale Lebensmittel-Händler sind auf dem deutschen Markt gescheitert. Was hat Valora richtig gemacht, um seit fast 20 Jahren hier zu Lande zu überleben?

Obeldobel: Valora hat ein extrem hohes Know-how in den Bereichen Tabak, Presse und Sofort-Verzehr. Mit dieser Kompetenz haben wir auch in Deutschland viel erreicht und ein relevantes Angebot entwickelt. Dass Konzepte auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes angepasst oder speziell für diesen entwickelt werden müssen, ist allen im Konzern bewusst und ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg.