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Bier Alkoholfreies Bier ist angesagt

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Wer trinkt nicht gerne ein gutes Bier. Doch wenig oder Null-Alkohol bei Bier gewinnt immer mehr an Popularität in Westeuropa. Grund: Verbraucher sorgen sich immer mehr um ihre Gesundheit und den Geldbeutel.

Der deutsche Biermarkt zeigte sich 2016 relativ stabil. In den ersten neun Monaten konnten die Brauer mit 60,5 Mio. Hektoliter (hl) steuerpflichtigem Bierabsatz 0,1 Prozent mehr Bier absetzen als im Vorjahreszeitraum. Um in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld profitabel wachsen zu können, konzentrieren sich viele auf Wachstumssegmente wie trendige Craftbiere oder das Segment der sogenannten alkoholfreien Biere. Das boomt richtig! Dazu zählt der Absatz von Bier mit einem Alkoholgehalt von 0,5% vol. und weniger, vor allem alkoholfreies Bier und Malztrunk. Beide zusammen kommen nach aktuellen Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes auf eine Menge von rund 6,4 Mio. hl, wovon die alkoholfreien Biere allein 5,2 Mio. hl (Vorjahr 5 Mio. hl) ausmachen. Das sind rund 5 Prozent Wachstum in einem Land, dessen Bierkultur international bekannt ist.

Marktforscher Canadean hat in einer neuen Studie (Germany Beer Market Insights Report 2016) festgestellt: Nicht nur bei Autofahrern haben diese Biere im vergangenen Jahr an Bedeutung gewonnen. Sie werden auch immer mehr anerkannt als würzige Alternativen zu normalen Bieren. Der jüngste Bericht zeigt, dass sie zudem aufgrund der Gesundheits- und Wellness-Trends im Lifestyle der Konsumenten stärker als erwartet verankert sind.

Dem kommt die Krombacher Brauerei jetzt mit einem 0,0% Pils und 0,0 % Weizen entgegen. Immer mehr – insbesondere sport-, ernährungs- und gesundheitsbewusste Verbraucher – verzichteten bewusst auf jeglichen Alkohol – auch wenn der geringe Alkoholgehalt von weniger als 0,5 Volumenprozent der heutigen alkoholfreien Sorten physiologisch vollkommen unbedenklich ist. Kombacher hat ein spezielles Entalkoholisierungsverfahren entwickelt, so dass wertvolle Inhaltsstoffe und Vitamine erhalten bleiben, wie zum Beispiel B12, das zum normalen Energiestoffwechsel beiträgt. Die Nullprozentogen sind also eher ein isotonischer Durstlöscher und eine natürliche Alternative zu süßen Softdrinks sei.

Stattliches Wachstum

Biere mit wenig oder 0% Alkohol wuchsen laut vorletztem Report in Westeuropa jährlich noch um 1 Prozent. Tatsächlich hat alkoholfreies Bier aber nach neuesten Ergebnissen 2015 ein Wachstum von 7 Prozent hingelegt und ist das am schnellsten wachsende Segment über einen Zeitraum von sieben Jahren.

Über Zahlen lässt sich bekanntlich gut streiten. Tatsache ist aber: Diese Art Biere – die eigentlich keine im herkömmlichen Sinne sind – haben längst die Geschmacksnähe zu Bier gefunden, werden meisterlich mit viel Aufwand hergestellt. Das führt dazu, dass sie natürlich preislich meist etwas höher angesiedelt sind als klassisch Gebraute. Längst sind sie aber nur noch wenig teurer als die normalen Biere, was der Nachfrage zugutekommt. Alkoholfreie Biere im Markenportfolio zu haben, kennzeichnet Brauer, die genau am Puls der Zeit sind und wachsen wollen.

Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb der Brauerei C. & A. Veltins meint zur Entwicklung: „Alkoholfreie Biere sind im Markt inzwischen verankert und erfreuen sich auch im Convenience-Kanal wachsender Bedeutung. Das liegt auch am Erfolgsweg der Ergänzungssorte Radler alkoholfrei. Wir sind bei der Sortenentwicklung von Veltins Radler alkoholfrei sehr zuversichtlich – nach einem erfreulichen Geschäftsjahr 2015 mit einem Zuwachs von immerhin 15 Prozent.“


Schmackhafter Nährstoff-Lieferant

Die deutschen Brauer verspüren das Interesse der Verbraucher nach Alternativen mit weniger oder ohne Alkohol. Andrew Curran, Getränke Analyst bei Canadean: „Die Verbraucher reduzieren zunehmend bewusster ihren Alkoholkonsum.“ Hinzu kommt: Im Vergleich zu Säften, Saftschorlen und Limonaden enthalten laut Brauer-Bund alkoholfreie Biere nicht nur weniger Kalorien, sie können dem Körper darüber hinaus wertvolle Mineralien, Vitamine und Spurenelemente liefern.

Natürlich bestimmen sowohl internationale wie nationale Biergiganten das alkoholfreie Biergeschäft. Anheuser-Busch InBev, die weltweite Nr. 1 und Eigner der Bremer Biermarke Beck‘s mit Weltruf, lässt sich diesen Markt nicht entgehen. Neben Beck’s alkoholfrei läuft es auch für die neuen alkoholfreien Varianten von Franziskaner Weissbier sehr gut. Seit März 2016 wird das Sortiment um ein weiteres Produkt ergänzt: Franziskaner Alkoholfrei Blutorange. Das Biermischgetränk besteht zu 55 Prozent aus alkoholfreiem Weizen-Schankbier und 45 Prozent Erfrischungsgetränk mit Blutorangengeschmack. Mit lediglich 26 kcal pro 100 ml ist die neue Variante weniger süß und hat halb so viel Kalorien wie ein klassischer Organgensaft. „Mit dem Ausbau unseres alkoholfreien Markenportfolios sind wir genau am Puls der Zeit, neben Premiummarken verzeichnet vor allem die Kategorie der alkoholfreien Biere Wachstum“, meint Unternehmenssprecher Oliver Bartelt von ABInBev Deutschland. Hauptgewinner in der Kategorie Alkoholfrei sind vor allem die Biermischgetränke. Dieses Segment wächst sogar zweistellig, vor allem durch die vielen Verbraucher (80 Prozent), die von anderen Kategorien wie Fruchtgetränken, Softdrinks oder Wasser auf alkoholfreie Biermischgetränke umsteigen. Um diesen Trend mit Fakten zu untermauern, hat Anheuser-Busch InBev seit Kurzem mit www.mein-biererleben.de eine Informationsplattform online gestellt, die Zutaten und Nährwertangaben transparent macht. Mit Franziskaner haben ABInBev zudem das klare Ziel, mittelfristig nicht nur Marktführer unter den alkoholischen Weißbieren zu sein, sondern auch bei den alkoholfreien Weißbieren.

Bitburger hat 2015 seine Sorte 0,0% um eine neue alkoholfreie Sorte Bitburger 0,0% Grapefruit ergänzt. Sie soll die bekannt intensive sportliche Ausrichtung der Marke unterstreichen, nachdem sich die 2013 eingeführte alkoholfreie Produktlinie 0,0% erfolgreich am Markt etabliert hat. 0,0% Grapefruit hat die Sorte Apfel ersetzt und besteht aus 40 Prozent Bitburger 0,0% alkoholfreies Pils und 60 Prozent Grapefruit-Erfrischungsgetränk mit fünf Prozent Saftanteil.

Auch gibt es Gelegenheiten, wo es ein Radler sein soll, aber alkoholfrei sein muss. Alkoholfreies Radler ist natürlich eine Alternative zu angestammten alkoholfreien Bieren, aber vor allem ein Geschmackskontrast zu den süßen Limonaden, die vom Verbraucher immer kritischer gesehen werden. Der Betreiber des Convenience-Shops ist gut beraten, die Produktchancen auch im Hinblick auf die zusätzliche Wertschöpfung zu nutzen. Alkoholfreies Bier und alkoholfreies Radler haben in der Sortimentsgestaltung gleichermaßen eine Existenzberechtigung. „Die treuen Markenkenner werden das immer belohnen, so dass sich eine starke Marke im Hinblick auf den ureigenen Empfehlungscharakter für den Shopbetreiber immer auszahlt.“, so Dr. Kuhl.


Treffer mit Jürgen Klopp

Ein breites Sortiment stellt auch die Brauerei Warsteiner den alkoholfreien Bierfans im Convenience-Bereich bei Seite. Im Angebot sind die drei Sorten Alkoholfreies, Herb und alkoholfreies Radler. Zum Thema „Alkoholfreies Bier – ein Nischenprodukt?“ meint Nils Handke, Vertriebsdirektor Handel der Warsteiner Gruppe: „Erfrischungsgetränke mit Mehrwert liegen im Trend. Gerade für das Segment der alkoholfreien Biere und Biermischgetränke sehen wir gutes Wachstumspotenzial. Ein Wachstumsmarkt, in dem wir auch mit unseren Warsteiner Alkoholfrei-Sorten Pilsener, Radler und Herb präsent sind.“ Außerdem betont Handke, dass die Warsteiner Alkoholfrei-Range der Brauerei in den vergangenen Monaten auch dank ihres sympathischen Markenbotschafters Jürgen Klopp einen deutlichen, zweistelligen Zuwachs beschert hat. Hier will Warsteiner auch in Zukunft anknüpfen, um das Segment weiter auszubauen.

Dr. Franz-J. Weihrauch, Pressesprecher der Krombacher Brauerei, prognostiziert, dass der Trend zu alkoholfreien Bieren als alternative Erfrischung weiter anhält. Hintergrund für ihre wachsende Beliebtheit sei ein Bewusstseinswandel beim Verbraucher. „Es findet eine zunehmende Sensibilisierung beim Umgang mit Alkohol statt – eine Entwicklung, die wir ausdrücklich begrüßen.“

Krombacher Pils Alkoholfrei hält im Segment der Tankstellen-Shops einen beachtlichen Marktanteil von 24,7 Prozent, während Krombacher Radler Alkoholfrei auf einen Marktanteil von 17,9 Prozent kommt. Das Hauptgebinde dabei ist die 0,5 l-EW-Dose. „Es handelt sich um ein interessantes Segment, das insgesamt noch ausbaufähig ist; insbesondere für unser Produkt Krombacher Radler Alkoholfrei werden wir dabei verstärkt Anstrengungen unternehmen“, kündigt Weihrauch an.

Wo die Großen gut grasen, fühlen sich auch kleinere Anbieter wohl. Ein überzeugendes und hochprämiertes Sortiment hat beispielsweise die Brauerei Hoepfner aus der Richterstadt Karlsruhe im Programm. Dort, wo der Bundesgerichtshof seine Heimat hat, heißt es nicht umsonst: Alkoholfreies Bier – aber voll im Geschmack! Für alle, die auf Alkohol verzichten wollen oder müssen, aber feinen Biergenuss lieben, gibt es nicht nur in Karlsruhe Hoepfner Alkoholfrei.

Bewusste Genießer schätzen die kalorienarmen Hoepfner Hefe-Weizen Alkoholfrei mit fruchtig-frischem Zitronenaroma. Ein prickelnder Mix aus alkoholfreiem Bier und herb-spritziger Grapefruit-Limonade ist die Variante Grape activ. Es wurde konzipiert für ernährungsbewusste Genießer und Sportler.

Die Karlsberg Brauerei präsentierte dieses Jahr das Neuprodukt Gründel’s Fitmalz. Es hat einen guten Start hingelegt und setzt neue Impulse am Markt im Vierergespann mit Gründel’s Fresh, Gründel’s Classic und Gründel’s Radler.

Ganz natürlich

Auf der kommenden Messe Internorga in Hamburg (Mitte März 2017) wird Weißbierspezialist Erdinger Weißbräu zwei weitere Alkoholfrei-Sorten in den Geschmacksrichtungen Zitrone und Grapefruit präsentieren. Sie sollen den großen Erfolg mit Erdinger Alkoholfrei untermauern. Die zwei neuen Sorten sind die einzigen alkoholfreien Biermischgetränke, die mit rein natürlichen Zutaten gänzlich ohne künstliche Stabilisatoren oder Farbstoffe gebraut werden. Dies war für Inhaber Werner Brombach die entscheidende Grundlage, um seinem hohen Anspruch an die Qualität und Bekömmlichkeit der hauseigenen Weißbierspezialitäten gerecht zu werden.